Informationsblatt II / 2012
 
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21.06.12 (Donnerstag):
   Stammtisch in Meißen


 20 Jahre Sächsischer Holzschutzverband würdig begangen:
 

Jubiläum | 20 Jahre "Sächsischer Holzschutzverband e.V."Die diesjährige Fachtagung des Sächsischen Holzschutzverbandes stand ganz im Zeichen des 20jährigen Bestehens des Verbandes. Bevor dieses historische Ereignis im Mittelpunkt stand, waren die vier Fachvorträge Schwerpunkt für die ca. 130 Teilnehmer. Die Mitglieder des Schädlingsbekämpferverbandes Sachsen und Deutschen Holz- und Bautenschutzverbandes, LV Sachsen-Thüringen waren wie immer gern gesehene Teilnehmer und Gäste bei der Veranstaltung. Das Thema "Aktuelle Regelwerke im Holzschutz und deren Umsetzung in die Praxis" reflektierte auch genau die Situation, welche der Fachbetrieb oder Sachverständige im Moment vorfindet. Biozid-Richtlinie, Kennzeichnung von Chemikalien und neue Holzschutz-Norm bieten schon allein Gesprächsstoff für mehrere Stunden.

Jubiläum | 20 Jahre "Sächsischer Holzschutzverband e.V."

Herr Dr. Urs Schlüter von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sprach zum Stand der Umsetzung der Biozid-Richtlinie in Bezug auf den Arbeitsschutz in Deutschland. Die BAuA hat als Zulassungsorgan für Biozide in Deutschland selbstverständlich nicht nur die Holzschutzmittel-Zulassungen als Arbeitsaufgabe zu bewältigen. Aber diese, wenn auch vergleichsweise kleine Gruppe der Biozide stand an diesem Tag im Zentrum der Betrachtungen von Dr. Schlüter. So wurde der Werdegang von der Einführung der europaweit gültigen Biozid-Richtlinie (98/8/EG) über die Notifizierung der vermarkteten Wirkstoffe, der Aufnahme der Wirkstoffe in den Anhang I der Richtlinie und schließlich der ersehnten Zulassung der Produkte dargelegt. Da die BAuA bezüglich des Verbraucher- und Umweltschutzes mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und dem Umweltbundesamt (UBA) eng zusammenarbeiten muss, liegen für den Fachmann die Fragen nach der Übernahme dieser Zusammenarbeit durch das DIBt bezüglich der Zulassung für die Holzschutzmittel im tragenden Bereich auf der Hand. Hierzu kann man nur wünschen (oder vielleicht doch nur hoffen?) dass eine Lösung gefunden wird, die nicht unbedingt neue, bisher unentdeckte, Kostenträger erfordert.

Jubiläum | 20 Jahre "Sächsischer Holzschutzverband e.V."Damit neue Regelungen auch für den "normalen" Fachbetrieb verständlich und anwendbar werden, gibt es die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V. (WTA). Der Erste Vorsitzende des WTA Deutschland und Referatsleiter Fachwerk in der WTA, Herr Dr. Gerd Geburtig, erläuterte im ersten Vortrag "Aktuelle WTA-Merkblätter aus der Sicht des Baustoffs Holz" die Neuerscheinungen der WTA, die sich im Wesentlichen auf das Fachwerk und den Werkstoff Holz allgemein bezogen. Erstmals erschien ein Merkblatt, welches sich mit Holzergänzungen befasst. Holz ist einmal ein natürlicher Baustoff, welcher ebenso natürlich abgebaut werden kann und unter Umständen mit andersartigen Materialien ergänzt werden muss. Betrachtungen zum Brandschutz und zum Sinn(bzw. Unsinn) von Dämmungen zeigten auf, dass auch in Zukunft die Diskussion um bauphysikalische Aufgaben nicht abebben wird.

Im Vortrag "Aktuelles zur DIN 68800 Holzschutz" gab Harald Urban einen Einblick in die neuen bzw. scheinbar neuen Formulierungen der vier Teile der neuen Holzschutznorm. Beachtenswert bleiben nach wie vor die Widersprüche, welche durch den Normtext einerseits und die Zulassungswilligkeit bzw. -unwilligkeit des Deutschen Instituts für Bautechnik andererseits bezüglich der geforderten allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen täglich durch Planer und Ausführende beklagt werden. Der Kommentar zur Norm, der für Mai 2012 angekündigt ist, wird diese Probleme auch nicht lösen können.

Holger Schmidt-Schuchardt von der Firma Bennert GmbH zeigte in seinem Vortrag "Fallbeispiel zur Anwendung von Regelwerken: Arbeiten im kontaminierten Bereich und Dekontamination von Holzschutzmittelaltlasten am Beispiel des Augustinermuseums Freiburg", wie schwierig es sein kann, alle Regelwerke, die auf die Umsetzung eines solchen Vorhabens einwirken, einzuhalten. Gleichermaßen wurde aber aufgezeigt, welche Möglichkeiten es gibt, mit der Einhaltung der Regelwerke Aufgaben von diesen Dimensionen zu lösen. Da das Augustinermuseum das größte Museum Südbadens ist und zu den größten Museen am Oberrhein gehört, ist die Wichtigkeit des Vorhabens ohne Zweifel. Die Belastung der Dachstuhlkonstruktion mit PCP, Lindan und Chlornaphtalinen stellte eine große Herausforderung für die Ausführenden dar, welche jedoch eindeutig und mit vollem Erfolg bewältigt wurde. Betrachtungen zur Vielseitigkeit der Aufgaben und der Kalkulation zeigten aufrichtig, welche Möglichkeiten bei der Pflege unserer Denkmäler bestehen, aber auch, welche ökonomischen Grenzen bei der Umsetzung der Wünsche beachtet und ggf. verändert werden müssen.

Jubiläum | 20 Jahre "Sächsischer Holzschutzverband e.V."Die ausgezeichneten Fachvorträge waren in diesem Jahr der "Vorspann" für die ab 14.00 Uhr durchgeführte Festveranstaltung. Zahlreiche Ehrengäste der "fachlichen Verwandtschaft" des Verbandes sowie Bildungseinrichtungen und Institutionen, mit denen der Sächsische Holzschutzverband zusammenarbeitet, nahmen an der Jubiläumsveranstaltung teil. Zur 20jährigen Geschichte des Sächsischen Holzschutzverbandes gehört aber auch seine Vorgeschichte seit den 60iger Jahren, ohne die es diese Verbandsgründung nicht gegeben hätte. Das Ehrenmitglied, Herr Harry Haustein, erinnerte in seiner Festansprache eindrucksvoll, menschlich und auch nachdenklich an die Vorgründungs- und Gründungszeit und, damit untrennbar verbunden, an die "geistigen Väter" des Holzschutzes in Sachsen, zu denen zweifellos die unvergessenen Erich Künzelmann und Gottfried Clauß gehören. Die vergangenen 20 Jahre haben gezeigt, dass die Gründung und Erhaltung dieses Verbandes kein Selbstläufer war. Die beruflichen Interessen des Einzelnen in den fachlichen Interessen der Gemeinschaft zu bündeln und damit jeden Einzelnen wiederum zu stärken wird auch weiterhin das Streben von Vorstand und Beirat des Sächsischen Holzschutzverbandes sein, der damit auch einen anerkannten Teil der fachlichen Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland leistet.

Erstmals gab es in der Geschichte der Fachtagungen einen fachlich-kulturellen Teil, der gleichzeitig als krönender Abschluss der Tagung im Jubiläumsjahr in die Geschichte eingehen wird. Zwei bekannte Sachverständige, nämlich Dr. Gerd Geburtig (der bereits den zweiten Fachvortrag hielt) und Herr Jürgen Gänßmantel, spielen (man müsste Jubiläum | 20 Jahre "Sächsischer Holzschutzverband e.V."besser schreiben: "leben") Kabarett!! "Wir haben Post", so der Titel ihres Programms, mit dem sie nicht nur manchem unbenannten Kollegen, sondern gelegentlich auch uns selbst den Spiegel unseres Alltags vor Augen hielten. Die Begeisterung des Publikums zeigte, dass auch dieser Teil der Veranstaltung vollauf gelungen war und so kann konstatiert werden, dass den bisherigen 20 Jahren Sächsischer Holzschutzverband wohl noch ein paar Jahrzehnte folgen werden!



 Mitgliederversammlung des Sächsischen Holzschutzverbandes steht im Zeichen
 der Kontinuität:
 
Die im Anschluss an die Festveranstaltung durchgeführte Mitgliederversammlung hatte wie jedes Jahr die Rechenschaftslegung und neue Pläne zum Inhalt. Mittlerweile sind aber seit der letzten Wahl des Vorstandes 4 Jahre ins Land gegangen und so musste dieses Jahr der Vorstand, der Stellvertreter des Beiratsvorsitzenden sowie die Revisionskommission neu gewählt werden. Unsere Schatzmeisterin Ehrenmitglied Frau Ursula Baumann und der Sekretär Richard Hargesheimer kandidierten aus Altersgründen nicht mehr für den neuen Vorstand. Als Dank für die geleistete Arbeit wurde Frau Baumann mit einem Chemnitz-Oper-Präsent geehrt.

Herrn Richard Hargesheimer | 20 Jahre "Sächsischer Holzschutzverband e.V."  Herrn Richard Hargesheimer wurde die Ehrenmitgliedschaft
  des Sächsischen Holzschutzverbandes verliehen.



Herr Norbert Nieke und Frau Ursula Baumann | 20 Jahre "Sächsischer Holzschutzverband e.V."



Der Vorsitzende Norbert Nieke bedankt sich im Namen
der Verbandsmitglieder bei Frau Ursula Baumann für
die aufopferungsvolle ehrenamtliche Tätigkeit.

Für den Vorstand wurden gewählt und nach Konstitution die nachfolgenden Funktionen zugeordnet:

Norbert Nieke: (alter und neuer) Vorsitzender des Verbandes,
Peter Grabes: (alter und neuer) Stellvertreter des Vorsitzenden,
Detlef Grell: Schatzmeister,
Dr. Tilo Haustein: Sekretär,
Björn Weiß: (alter und neuer) Beiratsvorsitzender

Der Stellvertreter des Beiratsvorsitzenden ist Peter Ebner.

In die Revisionskommission wurden gewählt: Olaf Steude, Christoph Teichmann und Günter Wilmanns.

Vorstand | 20 Jahre "Sächsischer Holzschutzverband e.V."

Der gewählte Vorstand des Sächsischen Holzschutzverbandes e.V.


 Nachlese zur Exkursion nach Wechselburg am 5. Mai 2012:
 
Exkursion WechselburgWechselburg oberhalb des schönen Tales der Zwickauer Mulde ist bestimmt keine unbekannte Gemeinde in Sachsen, aber man kann auch in der bekannten Heimat immer wieder neues und Interessantes entdecken. So vereinigten sich die "Bustouristen" aus Dresden mit den "Selbstanreisenden" aus Chemnitz, Leipzig (und natürlich der dazugehörenden Umgebung) am Parkplatz nahe den "Porphyr-Ratsherren", um das erste Ziel des Tages, den Denkmalhof Altzschillen anzusteuern.

Der dortige Leiter Herr Winkler führte uns in die Technologie der Produktion von Lehmbausteinen ein und Herr Dr. Nickel hielt einen interessanten Vortrag über den Einsatz von Naturbaustoffen.

Exkursion WechselburgDamit man Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Zug zwischen Chemnitz und Leipzig unterwegs sein konnte, wurde 1869/70 das Eisenbahnviadukt im OT Göhren über der Zwickauer Mulde errichtet. Unser Mitglied Uwe Engelmann, der auch die gesamte Exkursion organisierte, erläuterte uns das Bauwerk und gab interessante Hinweise zu Baustoffen und Bautechnologien.
Eine Brücke ist und bleibt nun mal ein imposantes Bauwerk. Auch wenn bei manchem Brückenbauwerk die Jahre erst vergehen müssen, aber irgendwann scheint es sich in die Landschaft einzufügen.

Nach dem Mittagessen im Waldcafé Göhren vertrauten wir uns Pater Rupert vom Kloster Wechselburg an, der uns in die Geschichte und manche Geschichten rund um die Basilika einführte. Die im 12. Jahrhundert errichtete Kirche dient heute den Benediktinermönchen, welche 1993 hier eine Art Außenstelle des Klosters Ettal errichteten, als Arbeitsstätte.

Exkursion WechselburgHöhepunkt des Tages war natürlich wieder Holz: der Dachstuhl, der in den 1990er Jahren saniert wurde. Durch überdosierte Anwendung von Holzschutzmitteln in den 80er Jahren wurden mehrere mazerierte Bauteile ausgetauscht.

Das schöne Wetter hielt bis nach der Führung im Kloster durch. Aber der dann einsetzende Regen ließ uns ganz fröhlich in die umliegenden Cafés einrücken. So klang der Tag bis zur Busabfahrt bei wohlschmeckenden Desserts aus.

Ein herzliches Dankeschön gilt unserem Mitglied Uwe Engelmann und Frau Schütt für die Organisation des Exkursionstages.


 DIN 68800 "Holzschutz" im Beuth-Verlag:
 
Ursprünglich war der Kommentar der Norm für Mai 2012 angekündigt.
Unter www.beuth.de wurde aber bereits der Erscheinungsmonat auf August 2012 geändert.


 Die interessante Internetseite:
 
interessante Internetseite
Für Unternehmer ist die Erstellung von Betriebsanweisungen beim Umgang mit Gefahrstoffen immer mit viel Zeit verbunden. Unter www.wingis-online.de kann man sich helfen lassen.

Schauen sie nach!


 Neue Mitglieder im Verband:
 
Neue Mitglieder im Sächsischen Holzschutzverband e.V. Herr Steffen Herrmann (Mitglieds-Nr.: 0485 12),
 Herr Daniel Hempel (Mitglieds-Nr.: 0320 97)
 Ingenieurbüro Bornmann & Jauck GmbH
  (Firmenmitgliedschaft)
  Merseburger Str. 2a
  06231 Bad Dürrenberg (Mitglieds-Nr.: F 0010 12)


Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und
wünschen viel Erfolg in der Arbeit bei bester Gesundheit!



 Holzwurmstammtisch:
 
Leipzig | Chemnitz | Dresden

HolzwurmstammtischDer nächste Stammtisch findet am 21.6.2012 (Donnerstag) in Meißen statt. Das Ziel ist der Dom der Porzellan-Stadt. Der Bau des Domes wurde bereits vor über 700 Jahren begonnen, aber die Fertigstellung der Domtürme erfolgte erst 1904 bis 1908. Fast 138 m über der Elbe ist der Dom gemeinsam mit der Albrechtsburg das eindrucksvolle Ergebnis alter Baukunst und heutigem Erhaltungswillen.

Parkplätze befinden sich z. B. auch in der Meisastraße.
Von dort aus kann man mit dem Aufzug auf den Burgberg fahren.

Wir treffen uns deshalb um 16.00 Uhr auf dem Domplatz zu Meißen hoch über den Dächern der Stadt.

Kosten für die Domführung: für Mitglieder frei; für Nichtmitglieder 5 €.


 Bis zum nächsten Infoblatt feiern Jubiläum:
 
Zum 65. Geburtstag

Zum 60. Geburtstag

Zum 40. Geburtstag
Herr Andreas Grundler am 10. Juni
Herr Hans-Jürgen Hauswald am 8. Juli

Herr Bernd Kaufmann am 20. Mai

Herr Frank Niebergall am 12. Juni
Herr Alexander Frank am 19.Juni
 
Vorstand und Beirat wünschen allen Jubilaren Gesundheit und Erfolg bei der täglichen Arbeit !!!


Herausgeber:
Sächsischer Holzschutzverband e.V.
Dresden 2012
Redaktion: Vorstand und Beirat, Vorsitzender N. Nieke
Auflage Printerzeugnis: 300, kostenlos für Verbandsmitglieder, für Interessenten auf Anfrage
Zellescher Weg 24 | 01217 Dresden | Telefon und Fax 03 51 / 4 66 24 92